Sonntag, 21. Februar 2010

Arne Schreiber

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Arne Schreiber analysiert Bedingungen und Konzepte von Malerei, indem er seine Bildobjekte wie empirische Experimente anlegt. Damit dem Ergebnis eines wissenschaftlichen Versuchs Gültigkeit zugesprochen wird, müssen die Bedingungen, unter denen er stattgefunden hat, allgemein nachvollziehbar sein. In Schreibers Versuchsanordnung wird die Malerei daher auf eine Syntax schwarzer Linen auf weißem Grund konzentriert – eine Struktur die keinen Anfang und kein Ende erkennen lässt. Die Bildfläche selbst setzt sich aus mehreren genormten Holzpaneelen zusammen und stellt eine gerasterte Struktur, die als Referenzsystem kleinste Veränderungen aufzuzeigen vermag.

Denn trotz des Prozesses der strikten Widerholung eines malerisch-technischen Vorgangs unter klar definierten Bedingungen, kann keine Linie einer anderen entsprechen, beispielsweise weil die Farbe noch während des Malprozesses zu trocknen beginnt. Fehler oder besser Abweichungen liegen demnach in der Natur der Sache. Das Referenzsystem der gerasterten Bildoberfläche macht dies sichtbar und das umso mehr wenn die Sequenz der Holzpaneele im Rahmen in einem weiteren Arbeitsschritt verändert wird. Durch die Unterbrechungen und Verschiebungen des gemalten Rapports wird der individuelle Charakter der Linien hervorgekehrt und dort wo vorher „nur“ Struktur war, entstehen mit wechselnden Tafelanordnungen immer neue Bilder.

Arbeiten von Arne Schreiber sind noch bis zum 4. April in der Galerie koal zu sehen.